Prof. Max Hansmann erhält Proof of Concept Grant
- Neues aus der Fakultät 2026

Medikamente bestehen häufig aus flachen, zweidimensionalen Bausteinen der organischen Chemie, die meist über eine Kohlenstoff-Kohlenstoff-Bindung (C‒C) oder eine Kohlenstoff-Stickstoff-Bindung (C‒N) miteinander verknüpft sind. Prof. Hansmann und sein Team forschen daran, auch dreidimensionale organische Verbindungen für die Arzneimittelentwicklung nutzbar zu machen. Solche Wirkstoffstrukturen haben den Vorteil, dass sie pharmakokinetische Eigenschaften verbessern, also beispielsweise besser wasserlöslich oder metabolisch stabiler sind. Auch die Bindungstaschen von Proteinen, die häufig das Ziel von Medikamenten im Körper sind, können räumlich komplexe Wirkstoffmoleküle gut binden. In der pharmazeutischen Chemie besteht daher ein großes Interesse daran, neue dreidimensionale Strukturelemente in Wirkstoffe zu integrieren, um noch effizientere Medikamente entwickeln zu können.
Hier setzt das Projekt SPIROPENT an: Die Forscher*innen um Prof. Hansmann werden dreidimensionale Grundkörper entwickeln, die sich in Wirkstoffmolekülen anwenden lassen. Dazu nutzen sie sogenannte Spiro[2,2]pentane. Das sind organische Verbindungen, bei denen zwei Ringe aus je drei Kohlenstoffatomen über ein gemeinsames zentrales Kohlenstoffatom miteinander verbunden sind. „Wir werden die Synthese der neuen Bausteine im Detail analysieren und deren Verwendung in der pharmazeutischen Chemie erkunden, mit dem Ziel, neuartige molekulare Bausteine zu entwickeln, die in modernen Medikamenten zum Einsatz kommen könnten“, sagt Hansmann. Die dafür nötige Methode hatte sein Team bereits 2025 entwickelt, in Science publiziert und patentiert. Sie ermöglicht es, gezielt Kohlenstoffatome in organische Grundkörper einzubauen. Basierend auf diesen Erkenntnissen lassen sich im Projekt SPIROPENT nun eine Reihe neuer dreidimensionaler Strukturen herstellen.
Zur Person
Prof. Max Hansmann ist seit 2023 Professor für Organische Chemie an der Fakultät für Chemie und Chemische Biologie. 2019 hatte er einen Ruf als Juniorprofessor mit Tenure Track an die TU Dortmund angenommen und leitete ab 2020 eine Emmy-Noether-Nachwuchsgruppe. 2022 erhielt er einen ERC Starting Grant für das Projekt CC-CHARGED, in dem er fundamental neue Substanzklassen der organischen Chemie erforscht.
ERC Proof of Concept Grants 2026
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