GIST-Preis 2026 für Giorgia Mancino
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Gastrointestinale Stromatumoren (GIST) sind seltene Tumoren des Magen-Darm-Trakts. Sie werden meist durch aktivierende Mutationen in den Rezeptortyrosinkinasen KIT oder PDGFRA angetrieben. Zielgerichtete Kinaseinhibitoren haben die Behandlungsmöglichkeiten für Betroffene deutlich verbessert. Im Verlauf der Therapie können jedoch zusätzliche Mutationen auftreten, die zu Wirkstoffresistenzen führen und bis heute eine große klinische Herausforderung darstellen. Der vorliegende Beitrag vereint Erkenntnisse aus den Bereichen der klinischen Onkologie, der Strukturbiologie und der medizinische Chemie und zeigt auf, wie Resistenzmutationen die Struktur der Kinasen, ihre konformationelle Dynamik und die Bindung von Wirkstoffen verändern. Dabei werden Resistenzmutationen nicht allein als genetische Veränderungen betrachtet, die mit einem Therapieversagen einhergehen, sondern ihre molekularen Mechanismen werden beschrieben was wiederum die Grundlage für die Entwicklung künftiger Therapiestrategien bildet.
Eine zentrale Stärke dieser Arbeit ist die langjährige interdisziplinäre Zusammenarbeit zwischen der Arbeitsgruppe von Prof. Dr. Daniel Rauh an unserer Fakultät und der klinischen Forschungsgruppe von Prof. Dr. Sebastian Bauer am Westdeutschen Tumorzentrum in Essen (WTZ). Durch die Verknüpfung molekularer und struktureller Erkenntnisse mit klinisch beobachteten Resistenzmustern arbeitet die Kooperation an einem gemeinsamen Verständnis von Wirkstoffresistenz bei GIST und daran, mechanistisches Wissen in neue Therapieansätze zu übersetzen.
Gastrointestinale Stromatumoren (GIST)
Gastrointestinale Stromatumoren (GIST) sind seltene, bösartige Tumoren des Magen-Darm-Trakts. Sie gehören zur Gruppe der Sarkome, die aus Binde- und Stützgewebe hervorgehen. Sie treten am häufigsten in Magen und Dünndarm auf, seltener in Dickdarm oder Rektum. GIST sind nicht mit den weitaus häufigeren Karzinomen des Magen-Darm-Trakts zu verwechseln: Obwohl sie an denselben Stellen entstehen können, unterscheiden sie sich in ihrem biologischen Ursprung und in ihrer Behandlung grundlegend voneinander. GIST machen nur einen kleinen Anteil aller Krebserkrankungen des Magen-Darm-Trakts aus.
GIST-Gruppe Schweiz
Die GIST-Gruppe Schweiz unterstützt Menschen, die von gastrointestinalen Stromatumoren (GIST) betroffen sind, und fördert Projekte, die die Behandlung von GIST verbessern. Jedes Jahr vergibt sie den GIST-Preis an Personen oder Organisationen, deren Arbeit diesem Ziel dient. Ausgezeichnet werden unter anderem wissenschaftliche Publikationen, Vorträge, Podiumsdiskussionen sowie wissenschaftliche und gesellschaftlich relevante Projekte. Der Preis ist mit 10.000 Euro dotiert.
Zur Publikation:
G. Mancino, T. Schulz, A. Scrima, M. P. Müller, S. Bauer *, D. Rauh *
Lessons from Structural Biology for Understanding Drug Resistance in Gastrointestinal Stromal Tumors (GIST)
J. Med. Chem., 2026, 69 (5), 5112–5129.





