Fliegende Proteine aus Salzwasser
- Neues aus der Fakultät 2026


Natriumchlorid ist ein essenzielles Salz, das biomolekulare Wechselwirkungen in lebenden Systemen beeinflusst. Native Massenspektrometrie hat sich zu einem wichtigen Werkzeug für die Untersuchung solcher Wechselwirkungen entwickelt. Da Salz die massenspektrometrische Analyse stört, wird es üblicherweise vor der Messung aus den Proben entfernt. Eine Untersuchung salzabhängiger biomolekularer Wechselwirkungen wird unmöglich.
Das Detergens [G1] wurde als Zusatzstoff etabliert, um Natriumchlorid in Proben zu belassen und massenspektrometrische Messungen zu ermöglichen. [G1] ermöglicht die routinemäßige Analyse von Proteinkomplexen bei bislang nicht zugänglichen Ionenstärken und biophysikalisch relevanten Analytkonzentrationen. Medizinrelevante supramolekulare Wechselwirkungen, die von Natriumchlorid abhängen, z.B. die Bindung des Arzneistoffs Semaglutid an Albumin, können nun direkt auf Ebene einzelner Protein-Wirkstoff-Komplexe untersucht werden. Ergänzende Untersuchungen mittels Kernspinresonanzspektroskopie und Simulationen offenbarten bislang unterschätzte Wechselwirkungen zwischen [G1] und Natriumchlorid in Lösung und Vakuum. Diese Ergebnisse liefern mechanistische Einblicke in die Technologie und erklären, warum [G1] native Massenspektrometrie unter biophysikalisch relevanten Salzbedingungen ermöglicht.
Die Studie positioniert [G1] als einfach anzuwendenden Probenzusatz, der die biophysikalische Analyse salzabhängiger Wechselwirkungen in Membranproteinen und löslichen Proteinkomplexen ermöglicht.





