Dalton Horizon Prize der Royal Society of Chemistry für Pionierarbeit an Hybridgläsern
- Neues aus der Fakultät 2026

Hybridgläser verbinden die Strukturprinzipien metallorganischer Netzwerke (Metal-Organic Frameworks, MOFs) mit der Formbarkeit und Prozessierbarkeit klassischer Gläser. „Mit der Entwicklung dieser Materialien wurde nach anorganischen, organischen und metallischen Gläsern erstmals eine vierte große Klasse von Gläsern erschlossen“, erklärt Prof. Henke. „Dies stellt einen grundlegenden Fortschritt dar, der unser Verständnis von Glasmaterialien erweitert und neue Möglichkeiten für ihr gezieltes Design eröffnet.“

Die preisgekrönte Grundlagenforschung ist das Ergebnis einer engen internationalen Zusammenarbeit, die von Prof. Tom Bennett (University of Canterbury, Neuseeland) koordiniert wurde. „Die Auszeichnung würdigt die kollektive Leistung zahlreicher Forschungsgruppen weltweit, die ihre komplementäre Expertise in Synthese, Strukturaufklärung und Materialcharakterisierung eingebracht haben“, so Henke. „Gerade diese interdisziplinäre Zusammenarbeit war entscheidend, um die komplexen Eigenschaften dieser neuen Glas-Klasse umfassend zu erforschen.“ Neben Prof. Henke und Prof. Bennett zählen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Deutschland, Neuseeland, Japan, Dänemark, Frankreich, Großbritannien, Australien, China, Indien und den USA zu den Preisträgern.
An der TU Dortmund lag der Schwerpunkt der Arbeiten insbesondere auf der Charakterisierung der Porosität und der chemischen Eigenschaften von Hybridgläsern. Dabei wurden zentrale Erkenntnisse zur Gasaufnahmefähigkeit und zur gezielten chemischen Funktionalisierung gewonnen – Eigenschaften, die Hybridgläser für potenzielle Anwendungen in der Gastrennung, Energiespeicherung und Optik besonders interessant machen.
Der Dalton Horizon Prize wird von der Royal Society of Chemistry an Forschungsteams verliehen, deren Arbeiten das Potenzial haben, ihr Fachgebiet grundlegend zu verändern. Die Auszeichnung unterstreicht die internationale Sichtbarkeit und wissenschaftliche Bedeutung der Dortmunder Forschung im Bereich anorganischer und hybrider Materialien.





