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Horst-Böhme-Stiftung der Deutschen Phar­ma­zeu­ti­schen Gesellschaft zeichnet Dr. Oliver Koch aus

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  • Neues aus der Fakultät 2017

Dr. Oliver Koch, Nachwuchsgruppenleiter an der Fakultät CCB, ist am 29. September 2017 mit dem dies­jäh­rigen Preis der Horst-Böhme-Stiftung der Deutschen Phar­ma­zeu­ti­schen Gesellschaft (DPhG) ausgezeichnet worden. Der Preis würdigt herausragende wissenschaftliche Leistungen von Nachwuchswissenschaftlern und ist mit 5.000 Euro dotiert. Der Preis wird jährlich auf der Jahrestagung der DPhG vergeben.

Portrait Oliver Koch © N. Golsch
Dr. Oliver Koch

Dr. Oliver Koch ist unabhängiger Nachwuchsgruppenleiter für computerbasierte Me­di­zi­ni­sche Chemie an der Fakultät für Chemie und Chemische Biologie der TU Dortmund. Er hat Pharmazie und Informatik an der Phillips-Universität Marburg studiert und dort in der Arbeitsgruppe Prof. Dr. G. Klebe am Institut für Pharmazeutische Chemie promoviert. Nach einem Post-Doc Aufenthalt in Cambridge, UK, hat er im Bereich Molecular Discovery Scienes bei MSD Animal Health Innovation GmbH in Schwabenheim gearbeitet. Im Oktober 2012 ist Herr Dr. Koch dann an die TU Dortmund gewechselt, um seine eigene unabhängige Forschungsgruppe aufzubauen. Seine Forschungsinteressen liegen in der Ent­wick­lung und Anwendung computerunterstützter Methoden innerhalb der rationalen Wirk­stoff­for­schung, wobei der Fokus auf Proteinstruktur-basiertem und Daten-getriebenem Design liegt. Herr Dr. Koch ist seit November 2012 auch gewähltes Vorstandsmitglied der Fachgruppe Chemie-Information-Computer der Gesellschaft Deutscher Chemiker und dieses Jahr Conference Chair der ‚13th German Conference on Chemoinformatics‘, einer der wichtigsten europäischen Konferenz auf diesem Forschungsgebiet, die jährlich stattfindet.

Eines seiner Projekte hat im Juli 2017 zur Patentierung einer Molekülserie geführt, deren vielversprechendstes Molekül eine konzentrationsabhängige Wachstumshemmung auf Mycobacterium tuberculosis (Mtb) in mit Mtb infizierten humanen Makrophagen zeigt. Einen zytotoxischen Effekt auf die Makrophagen konnte dabei nicht nachgewiesen werden. Dies ist besonders wichtig, da Mtb im menschlichen Körper in den Makrophagen überlebt. Da es sich dabei um ein neues und bisher nicht adressiertes Wirkstoffziel handelt, könnte diese Molekülserie zu einer neuen Behandlungsmöglichkeit von Tuberkulose führen. Diese Ent­wick­lung zeigt eindrucksvoll die Möglichkeiten der computerbasierten Methoden innerhalb des rationalen Wirkstoffdesigns, da von Anfang an das breite Spektrum dieser Methoden angewendet wurde. Darüber hinaus beschäftig sich Herr Dr. Koch mit der Analyse der großen und frei verfügbaren Datenmengen rund um bioaktive Moleküle, um das darin enthalten Wissen für die Wirk­stoff­for­schung nutzbar zu machen. Dafür entwickelt er in seiner Gruppe neue Ansätze, um neues Wissen zu entdecken, und auch die stetig anwachsenden Datenmengen überhaupt verarbeiten zu können. Diese Daten-getriebenen Methoden werden für die Zukunft immer wichtiger werden.