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Neues aus der Fakultät

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Internationaler Krebspreis

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  • Neues aus der Fakultät 2025
Tom Schulz, Helga Meier-Schnorf, Michael Montemurro © AK-Rauh​/​TU Dortmund
Dr. Tom Schulz (Preisträger GIST-Preis 2025), Helga Meier Schnorf (GIST-Gruppe Schweiz) und Dr. Michael Montemurro (Medizinischer Beirat, Mit­glied des Preiskomitees und Mitgründer der GIST-Gruppe).
In einer interdisziplinären Zusammenarbeit zwischen Wirkstoffforschern der TU Dortmund (AG Rauh) und des Max-Planck-Instituts für molekulare Physiologie (Dr. Sievers, COMAS) mit Medizinern des Westdeutschen Tumorzentrums Essen (AG Bauer) entwarf und synthetisierte Dr. Tom Schulz neuartige Wirk­stof­fe, die eine wichtige Grundlage für die Ent­wick­lung künftig noch wirksamerer und besser verträglicher Krebstherapien schaffen.

Über die Erkrankung GIST

Jährlich erkranken in Deutschland über 1.000 Menschen an einem Gastrointestinalen Stromatumor (GIST) einer seltenen Krebsart des Magen-Darm-Trakts. Ursache sind genetische Veränderungen, die zu Fehlfunktionen bestimmter Signalproteine führen. Zwar haben zielgerichtete Medikamente die Behandlung von GIST in den vergangenen Jahren deutlich verbessert, doch stoßen sie oft an ihre Grenzen, da viele Patient:innen Resistenzen entwickeln oder unter erheblichen Nebenwirkungen leiden.

 

Über den Preis

Für seine herausragende Forschungsarbeit wurde Dr. Tom Schulz mit dem GIST-Preis 2025 der GIST-Gruppe Schweiz ausgezeichnet. Die mit 10.000 Schweizer Franken dotierte Auszeichnung wird jährlich an Forschende verliehen, die mit ihren Arbeiten zur Ent­wick­lung neuer Therapien für GIST beitragen. Die Organisation engagiert sich für Patientinnen und Patienten und fördert gezielt die Er­for­schung innovativer Behandlungsansätze.

Im Mittelpunkt der ausgezeichneten Forschung stehen kovalente Inhibitoren die als Wirk­stof­fe ihre Zielproteine nicht nur vorübergehend blockieren, sondern dauerhaft ausschalten. Dieses Prinzip hat in der Onkologie bereits Erfolge erzielt, etwa beim Lungenkrebsmedikament Tagrisso® (Osimertinib). Dr. Schulz konnte nun erstmals zeigen, dass sich dieser Ansatz auch auf GIST übertragen lässt.

Kovalente Inhibitoren unterscheiden sich von klassischen Wirkstoffen durch ihre besondere chemische Bauweise. Sie tragen reaktive Gruppen, die gezielt irreversibel an bestimmte Aminosäuren im Tumorprotein binden. Dadurch wird das krankheitsrelevante Protein dauerhaft deaktiviert. Dieser Mechanismus eröffnet neue Möglichkeiten für wirksamere und zugleich verträglichere Krebstherapien.

Grafikillustration © AK-Rauh​/​TU Dortmund
Vereinfachte molekulare Darstellung zur Unterscheidung zwischen reversibel und kovalent bindenden Wirkstoffen. Abbildung aus: Schulz, T. (2024). Dissertation, TU Dortmund. DOI: 10.17877/DE290R-25274

Die von Dr. Schulz entwickelten Hemmstoffe zeigten in biochemischen und zellbasierten Tests nicht nur eine hohe Wirk­sam­keit, sondern auch eine deutlich gesteigerte Selektivität. Gesunde Zellen bleiben dabei weitgehend verschont, was ein entscheidender Faktor zur Verringerung potenzieller Nebenwirkungen ist. Besonders hervorzuheben ist zudem die erstmalige Bestimmung der dreidimensionalen Struktur eines solchen kovalenten Inhibitors im Komplex mit dem mutierten Zielprotein. Dieses „molekulare Abbild“ liefert wertvolle Einblicke in die Wirkweise der Substanzen und bildet die Grundlage für die gezielte Weiterentwicklung noch potenterer Wirk­stof­fe.  

 

Über den Preisträger

Dr. Tom Schulz hat an unserer Fakultät Chemische Biologie studiert und im Januar 2025 mit einer Arbeit zur Ent­wick­lung innovativer Wirk­stof­fe zur Überwindung von Resistenzen in GIST-Tumoren promoviert. Derzeit ist er am Max-Planck-Institut in Dortmund tätig und wird im Januar 2026 eine Postdoc-Stelle am Massachusetts Institute of Technology (MIT) in den USA antreten.

Die Forschungsarbeit von Dr. Schulz wurde unterstützt durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG), den Drug Discovery Hub Dortmund (DDHD), das NRW-Programm „Netzwerke 2021“ (CANTAR), das Mercator Research Center Ruhr (IGNITE) und die Deutsche Krebshilfe (TACTIC).

GIST-Gruppe Schweiz

Pub­li­ka­tion

Arbeitsgruppe Prof. Rauh

Drug Discovery Hub Dortmund

AG Bauer

COMAS