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"Die Ausschreibung passte perfekt."

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  • Neues aus der Fakultät 2022
Portrait Leonhard Urner © Aliona Kardash​/​TU Dortmund

Dr. Leonhard Urner forscht an der Fakultät für Chemie und Chemische Biologie zur Interaktion von Mo­le­kü­len mit Biomembranen. Gefördert durch das Ministerium für Kultur und Wissenschaft NRW kehrte er von der Oxford University nach Deutschland zurück und wählte die TU Dortmund für den Aufbau seiner Nachwuchsgruppe. Im Interview spricht er über die langfristigen Ziele seiner Forschung und die Erfahrungen beim Schreiben eines Antrags.

Herr Dr. Urner, woran forschen Sie gerade?

Derzeit entwickle ich Nanomaterialien auf Seifenbasis, um die Wirkung von Mo­le­kü­len an der Oberfläche von Biomembranen besser zu verstehen. Langfristig möchten mein Team und ich diese Materialien nutzen, um neue Arzneimittel und Behandlungsstrategien gegen Infektionen mit multiresistenten Keimen zu entwickeln. Diese Keime sind weltweit eine rasant wachsende Herausforderung – wir hoffen, dass wir mit unserer Arbeit neue Ansätze für Therapien finden. Während meiner akademischen Laufbahn in Berlin und Oxford habe ich alle Grundlagen und die notwendige Methodik erlernt – jetzt möchte ich dieses Wissen nutzen, um bei der Lösung eines konkreten gesellschaftlichen Problems zu helfen.

Wie kam es zu Ihrer Bewerbung im NRW-Rück­kehr­programm?

Das war ein glücklicher Zufall. Als ich die Ausschreibung las, dachte ich sofort: Das passt perfekt. Denn gesucht wurde medizinisch relevante Forschung, ohne dass ausschließlich Bewerber*innen aus der Medizin angesprochen waren. Zudem soll das Programm die wissenschaftliche Karriere auf dem Weg zur Professur unterstützen. Also habe ich alle Hebel in Bewegung gesetzt und mich beworben. Die TU Dortmund ist für mein Vorhaben ideal – hier gibt es eine sehr interdisziplinär orientierte Fakultät für Chemie und Chemische Biologie mit starkem Praxisbezug in der medizinischen Anwendung, etwa durch den Drug Discovery Hub. Ein gutes Arbeitsumfeld und motivierte Kooperationspartner sind für ein Projekt mindestens genauso wichtig wie die Idee selbst und die Finanzierung. Deshalb achte ich auch bei der Leitung meiner Nachwuchsgruppe auf das mentale Wohlbefinden im Team: Es muss immer Möglichkeiten zum Ausgleich geben – auch das habe ich in Oxford gelernt.

Welche Tipps können Sie jungen Wissenschaftler*innen geben, die einen Antrag für ein Forschungsprojekt schreiben?

Vor dem Schreiben sollte man versuchen, die Idee in einem Satz auf den Punkt zu bringen. Zudem kann man sich ein paar Leitfragen stellen: Wer würde von der Forschung profitieren, wenn sich die Idee wie geplant umsetzen lässt? Ist der Ansatz neu, realistisch, kreativ oder möglicherweise sogar besonders innovativ? Und entspricht man damit den Kriterien potenzieller Förderinstitutionen? Viele Fördergeber erwarten ein moderates Risiko, andererseits aber auch Potenzial für Innovationen. Daher versuche ich oft, mein Projekt in drei Bestandteile zu gliedern: Ein Teil basiert auf einer Idee, von der ich weiß, dass sie sehr wahrscheinlich funktionieren wird. Ein zweiter Teil ist etwas riskanter, aber machbar. Der letzte Teil schließlich beinhaltet das größte Risiko: Vielleicht geht es schief, aber wenn ich mit meinem Team hier erfolgreich bin, kann etwas Bahnbrechendes dabei herauskommen. Ein wichtiger Aspekt ist auch die Selbsteinschätzung: Viele Forschende kennen zum Beispiel das Gefühl der Unsicherheit, verbunden mit der Frage: „Ist meine Idee gut genug?“ Hier sollte man sich Feedback von erfahreneren Kolleg*innen holen. Auch das Referat Forschungsförderung oder die Fördergeber selbst können eine Rückmeldung darüber geben, was für einen Antrag erforderlich ist und ob die Idee für eine Förderung in Frage kommt.
 

Zur Person

  • 2010-2015 Studium Chemie, Freie Universität Berlin
  • 2013-2018 Gastwissenschaftler, Fritz-Haber-Institut of the Max-Planck-Gesellschaft
  • 2015-2018 Promotion in Chemie, Freie Universität Berlin
  • 2018-2021 Postdoc, University of Oxford
  • 2019-2021 Projektleitung, Oxford/Berlin Joint Seed Grant
  • seit 2022 Nachwuchsgruppenleitung, Fakultät für Chemie und Chemische Biologie, TU Dortmund


Weiterführende Informationen:

Drittmittelberatung des Referats Forschungsförderung der TU Dortmund
NRW-Rück­kehr­programm

 

Arbeitsgruppe Urner

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Anfahrt & Lageplan

Der Campus der Technischen Universität Dortmund liegt in der Nähe des Autobahnkreuzes Dortmund West, wo die Sauerlandlinie A45 den Ruhrschnellweg B1/A40 kreuzt. Die Abfahrt Dortmund-Eichlinghofen auf der A45 führt zum Campus Süd, die Abfahrt Dortmund-Dorstfeld auf der A40 zum Campus-Nord. An beiden Ausfahrten ist die Universität ausgeschildert.

Direkt auf dem Campus Nord befindet sich die S-Bahn-Station „Dortmund Universität“. Von dort fährt die S-Bahn-Linie S1 im 20- oder 30-Minuten-Takt zum Hauptbahnhof Dortmund und in der Gegenrichtung zum Hauptbahnhof Düsseldorf über Bochum, Essen und Duisburg. Außerdem ist die Universität mit den Buslinien 445, 447 und 462 zu erreichen. Eine Fahrplanauskunft findet sich auf der Homepage des Verkehrsverbundes Rhein-Ruhr, außerdem bieten die DSW21 einen interaktiven Liniennetzplan an.
 

Zu den Wahrzeichen der TU Dortmund gehört die H-Bahn. Linie 1 verkehrt im 10-Minuten-Takt zwischen Dortmund Eichlinghofen und dem Technologiezentrum über Campus Süd und Dortmund Universität S, Linie 2 pendelt im 5-Minuten-Takt zwischen Campus Nord und Campus Süd. Diese Strecke legt sie in zwei Minuten zurück.

Vom Flughafen Dortmund aus gelangt man mit dem AirportExpress innerhalb von gut 20 Minuten zum Dortmunder Hauptbahnhof und von dort mit der S-Bahn zur Universität. Ein größeres Angebot an internationalen Flugverbindungen bietet der etwa 60 Kilometer entfernte Flughafen Düsseldorf, der direkt mit der S-Bahn vom Bahnhof der Universität zu erreichen ist.

Die Einrichtungen der Technischen Universität Dortmund verteilen sich auf den größeren Campus Nord und den kleineren Campus Süd. Zudem befinden sich einige Bereiche der Hochschule im angrenzenden Technologiepark. Genauere Informationen können Sie den Lageplänen entnehmen.