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Intuition + Ko­ope­ra­tion = Innovation

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  • Neues aus der Fakultät 2023
Grafikillustration © Klaus Jurkschat​/​TU Dortmund

In den letzten Jahren hat sich die Positronenemissionstomografie (PET) als bildgebendes Verfahren zum wichtigsten Instrument für die Untersuchung der in-vivo-Biochemie beim Menschen entwickelt. Ihr wird für die nahe Zukunft ein enormes Wachstum prognostiziert. Die organische Chemie hat ent­schei­dend dazu beigetragen, um das Radionuklid 18F in komplexe bioaktive Ver­bin­dun­gen wie Peptide und Antikörper einzubringen. In Abkehr von der klassischen Radiochemie der 18F-Kohlenstoffbindung schlug vor 17 Jahren in Dortmund und Mainz die Geburtsstunde des SiFA-Konzepts. Sein einstufiges 18F-Markierungsprotokoll stellt eine deutliche technische Verbesserung gegenüber mehrstufigen organischen Synthesen dar und hat den Sprung vom Labor zum Krankenbett geschafft. Mehr als 3000 Patienten (deutsche klinische Studie) haben inzwischen von einem für die Krebsdiagnose entwickelten SiFA-derivatisierten Peptid profitiert. Und in verschiedenen Ländern wurden Lizenzen für die Etablierung von Arzneimitteln erteilt.

Im Rahmen einer langjährigen erfolgreichen Ko­ope­ra­tion berichten nun Krause und Mit­ar­bei­ter (Dortmund), Schirrmacher und Mit­ar­bei­ter (Alberta, Kanada) und Jurkschat (Dortmund) in der Angew. Chem. Int. Ed. von der Weiterentwicklung ihres Konzepts auf zyklische SiFA-Bausteine der zweiten Generation, CycloSiFA genannt. Die auf fünfgliedrigen Azasilolderivaten basierenden CycloSiFA-Bausteine unterliegen unter sehr milden Bedingungen einer Ringöffnung durch Fluoridanionen. Funktionelle Gruppen am Arylgerüst der CycloSiFAs ermöglichen Klick-Chemie zur Anknüpfung an Biomoleküle und damit den Aufbau von on demand Substanzbibliotheken.