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Die Fakultät für Chemie und Chemische Biologie trauert um Herrn Prof. Dr. em. Herbert Jacobs. Er verstarb am 27. April 2018.

Herr Prof. Jacobs wurde 1983 als Nachfolger des Gründungsrektors Prof. Martin Schmeißer auf den Lehrstuhl für Anorganische Chemie I der Fakultät Chemie der TU Dortmund berufen. Im Jahre 2001 wurde er emeritiert. Er war sowohl national als auch international ein hoch geachteter Festkörperchemiker (Hochdrucksynthesen in überkritischem Ammoniak, Pionier der Anwendung von Neutronenbeugung zum Studium von Wasserstoffbrücken). In seiner aktiven Zeit als Lehrstuhlinhaber hat er die Fakultät Chemie mit seiner geradlinigen und engagierten Art entscheidend geprägt. Besondere Verdienste erwarb er sich bei der Konzipierung und Durchsetzung der Idee „Gemeinsame Einrichtungen“, die die Dortmunder Chemie zu den apparativ bestausgestatteten Chemiefachbereichen Deutschlands machten, mit garantiertem Zugang zu den Geräten für alle Arbeitskreise. Herbert Jacobs wird uns in bester Erinnerung bleiben.

Prof. Dr. Herbert Jacobs studierte Chemie an der Universität Kiel und wurde dort im Jahre 1966 mit Arbeiten über Alkali- und Erdalkalimetallamide, -imide und –nitride promoviert. Sein akademischer Lehrer war Robert Juza, der auch sein Mentor für die Habilitation im Jahre 1971 war. Mit den Arbeiten im Rahmen seiner Habilitation eröffnete Herbert Jacobs neue Wege zur Synthese von bis dahin unbekannten und mit konventionellen Methoden unzugänglichen Verbindungen. Er etablierte Ammonothermalsynthesen (Hochdrucksynthesen in überkritischem Ammoniak). Diese sehr bedeutenden Arbeiten brachten ihm bereits 1973 einen Ruf auf eine C3-Professur an die RWTH ein, wo er 10 Jahre sehr erfolgreich tätig war. Im Jahre 1983 wechselte er dann auf den Lehrstuhl für Anorganische Chemie I an die Technische Universität Dortmund. In dieser Eigenschaft als Lehrstuhlinhaber war er Institutsleiter und auch Dekan der Fakultät Chemie. Unter den Studierenden der Fakultät hatte er den Ruf eines strengen, fachlich sehr kompetenten und sehr fairen Hochschullehrers.

Mit seinen wissenschaftlichen Arbeiten über Metall-Stickstoffverbindungen und insbesondere der Etablierung der Neutronenbeugung erlangte Herbert Jacobs weltweit hohes Ansehen. Er wurde gewählter Vertreter der Bundesrepublik Deutschland im Wissenschaftlichen Beirat des Instituts „Laue-Langevin“, Grenoble (Frankreich), Mitglied im "Komitee Forschung mit Neutronen" und war als Gutachter sowohl für das Bundesministerium für Bildung und Forschung als auch für die Deutsche Forschungsgemeinschaft tätig.

Die allgemeine Verbreitung wissenschaftlicher Erkenntnisse unterstützte Herbert Jacobs als Mitglied in den Editorial Boards verschiedener Journale, wie der Zeitschrift für Anorganische und Allgemeine Chemie, dem European Journal of Solid State and Inorganic Chemistry und dem Journal of Alloys and Compounds.

Prof. Dr. Herbert Jacobs war eine bedeutende Persönlichkeit in der noch jungen Geschichte der Technischen Universität Dortmund und hat mit seiner Leistung dazu beigetragen, unsere Universität in der Hochschullandschaft Deutschlands und darüber hinaus sichtbar zu machen. Wir werden sein Andenken in Ehren bewahren.